Welche Wissenschaft braucht die Landwirtschaft?

Sampo förderte im Jahr 2007/2008 eines der Kern-Themen der Forschungsarbeit an der Sektion für Landwirtschaft/ Forschungsinstitut am Goetheanum der letzten Jahre: „Welche Wissenschaft für Landwirtschaft?“
Nicht nur, dass Rudolf Steiner eine Fülle von Hinweisen im  Landwirtschaftlichen Kurs gegeben hat, dass es für die Entwicklung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft eine andere Form von Wissenschaft als die bis anhin Übliche zu entwickeln gälte (die Pioniere des Organischen Landbaus wie Sir Albert Howard sagten auf ihre Weise ganz Ähnliches). Sondern auch die heutige Sorge um die Konventionalisierung des Biolandbaus lässt die Frage entstehen, inwieweit die in den letzten Jahrzehnten sich im Wesentlichen durchgesetzte „normale“ wissenschaftliche Praxis zur dieser Konventionalisierung beigetragen hat. Dabei – und das hat ein erster Projektteil deutlich gezeigt – geht es nicht um eine einfache Polarisierung zwischen reduktionistischen Methoden auf der einen Seite, und ganzheitlichen bzw. holistischen Methoden auf der anderen Seite. Beides braucht es! Was sich aber im Zuge der sich fast automatisch immer mehr spezialisierenden und in die Tiefe des Details dringenden Wissenschaften mitentwickeln muss, ist im Bewusstsein die Gesamtheit um die es geht nicht nur aus dem Auge zu verlieren, sondern auch denkerisch herzustellen! Dafür müssen Gesamtkontexte gründlich durchdacht werden („Cognitive Holism“)!

Anknüpfend an das in der Sektion für Landwirtschaft entwickelte Konzept „in farm research“ haben wir das von Sampo geförderte Projekt in 2008 weitergezogen und mit der Fragestellung „Warum Tierhaltung auf Demeter Betrieben“ auf vier Beispielbetrieben einen „in farm“ –  Beteiligungs-forschungsansatz erprobt. Die Landwirtschaft als Organismus verstanden eignet sich so gesehen wie kein anderes Objekt zum Beteiligen an Lebensvorgängen, weil man direkt in die Beziehungen erlebend einsteigen kann. So gesehen kann diese neue Art von Landwirtschafts-Wissenschaft ein Schlüssel für eine nicht technisch verstandene („Life Science“) Lebenswissenschaft sein. Wollen wir hoffen, dass mithilfe dieses Forschungsansatzes zukünftig wie immer mehr Vielfalt, gesunde Nahrungsmittel und Lebensqualität entstehen!

Förderung durch Sampo: 10.000 CHF

Weitere Dokumente:

Ganzer Artikel Welche Wissenschaft für Landwirtschaft (PDF)


 
Veröffentlichungen:

Leiber, F., N. Fuchs 2008: Towards cognitive holism in organic research. 16th IFOAM Organic World Congress - 18-20 June in Modena, Italy Cultivationg the Future based on Science , Conference Book, pp. 802-805

Leier, F. 2008: Ganzheitlichkeit in der Forschung zum Öko-Landbau. Ökologie und Landbau
Ausgabe 1/2008, pp. 52-54


 



 
 


 

Sampo
Oberer Zielweg 60
4143 Dornach

Mail: kontakt@sampo.ch