Rückschau-Szenen aus den Mysteriendramen von Rudolf Steiner

Schauspielgruppe SCALA-Basel

Die Arbeit an den Mysteriendramen wurde von Sampo aus verschiedenen Gründen unterstützt. Einerseits weil eine ursprünglich inhaltliche Studienarbeit in einem zweiten Schritt mit einer künstlerischen Erarbeitung verknüpft wurde. Andererseits weil ein zeitlich und finanziell überschaubares, klar umrissenes Projekt vorlag, in dem doch ein Kreis von ca 20 Personen eingebunden war. Das Vorhaben, die Rückschauszenen mit Schauspielern und auch mit Laien einzustudieren, ist zweifellos gewagt, betont aber die Tatsache, dass die Inhalte der Dramen jedem etwas angehen, unabhängig von Beruf und Ausbildung, der sich auseinandersetzt mit dem Verhältnis von Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsbildung vor dem Hintergrund der Idee von Karma und Reinkarnation. Durch die Aufführungen wurde der angesprochene Menschenkreis noch erweitert. Die Anstrengung, dem „Vehikel“ des geschriebenen Wortes wieder Leben einzuhauchen und dabei die richtige Balance zu finden zwischen Ausdrucksgehalt der Sprachmittel und Bildlichkeit des Sinnzusammenhangs, verdient dabei besondere Beachtung.


Für mich als Schauspieler bedeutete die Arbeit eine grosse Schulung, ein Forschen auch nach dem, was als Gebärde hinter der Aussage steht, und damit sind die unbewussten, nicht intellektuellen Tiefen des eigenen Seins angesprochen, die bei der Gestaltung der Rolle in eine Handhabung gebracht werden müssen. Das Arbeiten daran in längerem Zeitraum ermöglicht, dass in der Zwischenzeit die Rolle wächst, und beim Wiederaufgreifen ganz anders wieder zur Verfügung steht, obwohl andererseits die Zeitspannen zwischen den Probewochenenden auch als schwierig erlebt wurden. Den eigenen Lebensfragen an die Inhalte der Szenen können wiederum aus den eigenen Lebensbegegnungen Antworten entgegenkommen. Und dann kann die Sprache der Mysteriendramen erahnt werden wie als Mittler zu den geistigen Tatsachen und Geschehnissen, von denen sie spricht, gerade, weil sie im Grunde nicht Aussage ist, sondern als reine Gebärde durch ihre Lautlichkeit, Rhythmus und Dynamik erscheint. Ein Satz von einer Zeile ist etwas ganz anderes, wie einer mit 2 oder 3 oder gar 7 Zeilen, dasselbe gilt für die Zeilenlänge. Er ist dabei von einer „Ganz-Satzdynamik“ geprägt, die als Gebärde Sinnträger wird, nicht Bedeutungssinnträger. Gelingt es, so künstlerisch schaffend in diese Gebärdensphäre vorzustossen, die auf der Bühne im Idealfall in Verbindung mit dem Umkreis entsteht, können Lebenskräfte dem Zuschauer, wie dem Spieler von der „anderen Seite“, herzu kommen.

Im Jahre 2000 schrieb Frau Sighilt von Heynitz im Rahmen des Paracelsus-Zweiges einen Kurs zur Vertiefung der Inhalte der vier Mysteriendramen von Rudolf Steiner aus. Eine Gruppe von etwa 20 Menschen traf sich in der Folge jeden Montag zur Lektüre und zum Gespräch über die Dramen. An den gut besuchten Kurs über die Mysteriendramen gliederte sich bald ein Kurs für Sprachgestaltung an. Daraus entwickelte sich ein Sprechchor, der unter der Leitung von Frau Sighilt von Heynitz an verschiedenen Anlässen des Paracelsus-Zweiges auftrat und der unter anderem mehrmals den Grundsteinspruch von Rudolf Steiner an den Zweig-Weihnachten rezitierte.
Die praktische und künstlerische Arbeit an der Sprache und an schönen Texten begeisterte immer mehr, so dass wir den Vorschlag von Frau Sighilt von Heynitz, das 3. Drama, „Der Hüter der Schwelle“, im Scala auf die Bühne zu bringen, zwar zuerst zögerlich, bald aber mit Begeisterung aufnahmen. Es bildete sich in der Folge ein Ensemble aus Teilnehmern der Kurse und zugezogenen Freunden, das periodisch an Wochenenden probte. So durften wir im Herbst 2006 den „Hüter der Schwelle“ unter der Regie von Frau Sighilt von Heynitz im Scala Basel aufführen.
Anfänglich hatten wir grosse Bedenken, ob wir einer solchen Aufgabe gewachsen wären. Doch machte uns Frau von Heynitz immer wieder Mut und führte uns durch alle Schwierigkeiten mit ihrer bewunderungswürdigen Ruhe und Sachkompetenz zum Ziel.
Bald wurde ein neues Projekt in Angriff genommen, die Rückschau-Szenen aus den Mysteriendramen aufzuführen. Am 1. und 2. März dieses Jahres durften wir sie ebenfalls im Scala-Saal zur Darstellung bringen.
Ein neues Projekt ist schon bereit: Wir möchten gerne das vierte Drama von Rudolf Steiner, „Der Seelen Erwachen“, realisieren. Es hat einen engen Zusammenhang zum dritten Drama, dem „Hüter der Schwelle“, das wir im Herbst 2006 schon aufgeführt haben.
Obwohl wir ohne Gagen spielen und alles Drum und Dran ehrenamtlich geleistet wird, fallen doch immer wieder erhebliche Kosten an (z.B. Saalmiete, Kostüme, Requisiten usw.). So sind wir sehr froh über die grosszügige Unterstützung der Sampo-Initiative und möchten auch an dieser Stelle allen Beteiligten herzlich danken.

Förderung durch Sampo: 5.000 CHF

Mehr Informationen: Leitung von Sighilt von Heynitz und Johannes Händler
Sighilt von Heynitz, Delsberger Allee 15, 4053 Basel, 061 331 31 58, www.scalabasel.ch

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